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20/11/2011 8:22am

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Ein Eisbär sein.

In den vergangenen Tagen lernte ich sogar, dass selbst die „Geburtenjahrgänge ab 1980“ im deutschsprachigen Raum noch den Ohrwurm „Ich möchte ein Eisbär sein, am kalten Polar …“ trillern können. Besser gesagt das rhythmische „tütütü, tütütü…“ hinzufügen. Ein Hit aus den 1980ern, der mir immer in den Sinn kommt, wenn es um den weißen König der Arktis geht. Doch es ist genau dieser Zeitraum, es sind genau diese drei Jahrzehnte, die unser Wissen schärften, um auf diese Liederzeilen aus dem Bauch heraus zu reagieren: Nein, Eisbär möchte ich heute keiner sein. Und vielleicht wird auch er selbst bald nicht mehr sein.

Der CLIP sagt mehr als 1000 Worte und Hannes Jaenicke bringt es auf den Punkt. Eigentlich braucht es also gar nicht viel der Argumentation, um uns zu überzeugen zu handeln, außer vielleicht für jene, die sich ausschließlich von wissenschaftlichen Zahlen leiten lassen (wissend, dass die Wissenschaft auch immer neue Erkenntnisse bringt und wissend, dass es zur Aktion mehr bedarf als eine Publikation).

Die Eisbär-Expertengruppe der Weltnaturschutzorganisation IUCN schätzen den aktuellen Eisbärbestand auf zwischen 20.000 und 25.000 Tiere in 19 Populationen. Über neun dieser Populationen liegen nur mangelhaft Daten vor, für sechs der vergangenen Jahre absolut alarmierend. Klimatologen und Eisbärenexperten sehen jedoch generell keine rosige Zukunft für den Eisbären voraus. Auf Grund der klimatischen Veränderungen wird – laut Prognosen – der Bestand des Eisbären im Jahr 2050 um etwa 70% geschrumpft sein.

Das Eis schmilzt. Das für die Jagd – und somit das Anfressen von Fettreserven – aber auch für die Reproduktion und Kinderaufzucht so wichtige Packeis nimmt dramatisch ab und so auch die Zeitspanne der vorhandenen Packeisflächen. Die bereits mehrfach um Welt gehenden Bilder der auf den zu dünnen Eisflächen einbrechenden Eisbären, Daten zu enormen Schwimmdistanzen, um zu überleben, haben sich bereits manifestiert. Die Erschließung der Arktis durch die Ölindustrie, intensivere Schifffahrt und zunehmende Belastung durch toxische Substanzen in der Nahrungskette schieben dem Eisbären nahezu eine unüberwindbare Hürde vor die Tatzen.

Ein Blick ins Detail macht das Wissen nicht erträglicher. Das Detail über die Perversion des Homo sapiens, der wieder diesen einen zusätzlichen Schritt macht, die über die Grenzen des Erträglichen, des Nachvollziehbaren hinausgehen. Trophäenjäger zahlen bis zu 40.000,- € um einen Eisbären zu erlegen. Die Kooperation zwischen indigenen Gruppen der Arktis und Notgeilen Trophäenjäger verlässt hier auch jeden Sinn für Romantik. So die Situation an der Hudson Bay. Die Experten betrachteten bis zum heutigen Zeitpunkt der von dem Nunavut Wildlife Management Board festgelegten Abschussquote von acht Eisbären als nicht nachhaltig. Der Bestand nehme stark ab (ein nachgewiesener Trend!) und der Abschuss sie nicht vertretbar. Die Reaktion? Das Management Board hebt die Abschussquote auf 21 Tiere pro Jagdsaison an.

Wie heißt es nochmals in dem Eisbären-Song (der Band „Grauzone“): „Eisbären müssen niiiiieeeeeeee weinen“. Hmmmmmm?

Doch Zahlen hin oder her. Gebe es noch 50.000 Eisbären, ein Abschuss dieses eleganten arktischen Bären wäre nicht gerechtfertigt.

Heute, am 20.11.2011, beginnt die 10.Vertragsstaatenkonferenz zum Schutz wandernder Tierarten in Bergen, Norwegen. Ein Schwerpunkt: der Schutz der wandernden Tierarten der Arktis und die Auswirkungen des Klimawandels auf diese.

Im Land des Gastgebers ist die Jagd auf Eisbären verboten.

Und ich finde das verdient es für Norwegen in dieser Frage LIKE anzuklicken.

Empfehlung:

Unterstützen Sie die Arbeit der gemeinnützigen Organisationen OceanCare und ProWildlife und deren Aktionsaufruf an die kanadische Regierung:

www.oceancare.org

www.prowildlife.de

www.hsi.org

Ein großer Dank an die Filmproduktionsfirma und Aktivisten der Tangofilm und Hannes Jaenicke!

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