Blog

25/11/2011 9:46am

Tags: ,

0 Kommentare

Artenschutzkonferenz endet mit Appell an den Klimagipfel in Durban. Bleiben signifikante Änderungen in der Emissionsdiskussion aus, wird das Aussterben wandernder Arten beschleunigt.

Arten und Lebensräume, die besonders stark von den klimatischen Veränderungen betroffen sind, sollen besser geschützt werden. Darauf haben sich am Freitag  die Vertreter der 116 Vertragsstaaten auf der derzeit in Norwegen tagenden Konferenz zur Erhaltung wandernder Arten (Bonner Konvention) in einer Resolution geeinigt. Die Staatengemeinschaft befand die Auswirkungen des Klimawandels als so dramatisch, dass nur mit regionaler Kooperation der Staaten und striktem Management menschlicher Aktivitäten in der Arktis die Chance besteht, einige Arten nicht zu verlieren.

Eine dieser vom Klimawandel betroffenen Arten ist der Eisbär. Der Wissenschaftsausschuss fordert nun  dessen Aufnahme in die Bonner Konvention.  Damit würden Schutzzonen vernetzt, und strenger geprüft, ob industrielle Projekte wie Ölförderung oder neue Schiffsrouten negative Auswirkungen auf Eisbären hätten. Wissenschaftliche Prognosen gehen davon aus, dass die Eisbärbestände, die auf das Packeis angewiesen sind, innerhalb der nächsten 45 Jahre aussterben werden. Mit dem Abschmelzen des Packeises verlieren Eisbären ihr Jagdrevier und ihre Kinderstube. Neben dem Verlust seines Lebensraumes bedroht auch die Jagd den Eisbären – in einigen Ländern ist dies immer noch erlaubt.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf Eisbären und andere wandernde Tierarten in der Arktis sind dramatisch und nicht zu leugnen. Anstrengungen der arktischen Anrainerstaaten alleine können jedoch unmöglich ausreichen, um das Aussterben des Eisbären zu verhindern. Wir alle verursachen den Klimawandel und Lippenbekenntnisse alleine helfen dem König der Arktis nicht. So wird Norwegen alleine kaum verhindern können, dass der Eisbär aus der Region verschwindet, obwohl die Art dort - im Gegensatz zu anderen Eisbär-Herkunftsländern -  bereits gesetzlich streng geschützt ist und nicht bejagt werden darf.

In wenigen Tagen beginnt der Klimagipfel der Vereinten Nationen in Durban. Die verabschiedete Klima-Resolution ist ein eindringlicher Aufruf an die Regierungsvertreter, dort dafür zu kämpfen, dass wandernde Arten und ihre Lebensräume besser geschützt werden. Relativ deutlich ist in dieser Hinsicht auch ein vom norwegischen Umweltminister vorangetriebenes Statement, das von der Konferenz offiziell an den Klimagipfel kommuniziert werden wird.

Die Erwartungshaltung ist jedoch leider nicht all zu hoch.

 

Nicolas Entrup

 

Weitere Infos und Videoblogs von der Konferenz bei http://www.facebook.com/ShiftingValues

Weitere Informationen zu Organisationen, die Initiativen zum Schutz des Eisbären und anderer wandernder Arten setzen:
www.hsi.org
www.nrdc.org
www.oceancare.org
www.prowildlife.de

 

Tags: ,



Geben Sie einen Kommentar ab

Kommentare

Bisher hat niemand diese Seite kommentiert.

RSS Feed für die Kommentare auf dieser Seite | RSS feed für alle Kommentare